Kulturdenkmäler/Historisches

 

Historischer Ziegelstadel und Kalkofen

Wiederentdeckung:

Bei Aushubarbeiten in den Jahren 2006 und 2007 wurden Reste des ehemaligen Ziegelstadels mit Brennkammern aus der Zeit des Baues der Kartause Maria Saal in Buxheim  in Buxheim entdeckt.

Baumaterialen im Mittelalter:

Wie bereits im Altertum (nachweisbar bereits bei den Bauten der ägyptischen Pharaonenreiche) wurden auch im Mittelalter und der Neuzeit Baustoffe aus Kalk, Lehm, Sand, Honig, Pflanzen, Öle, Eier und farbige Erden gefertigt bzw. zu Farben verarbeitet.

Entstehung und Zweck des Ziegelstadels und des Kalkofen:

Die Buxheimer Kartäuser legten die Buxheimer Weiher an (1432 - 1437), um ihren Lebensunterhalt durch die Fischzucht zu sichern und gleichzeitig für sich selbst Nahrungsmittel zu haben (Kartäuser essen kein Fleisch, nur Sonntags Fisch).

Der Aushub war hervorragender Lehm, der nun im naheliegenden Ziegelstadel zu Ziegeln und Dachplatten gebrannt wurde. Eine Ziegelhütte ist seit 1432 dokumentiert. Die Ziegel hatten das eigenartige Format - das sogenannte Klosterformat - von 17 cm in der Breite, 37 cm in der Länge und eine Stärke von 7 cm. Die gebrannten Ziegel dieses Formates wurden für den Bau der Kartause verwendet.

Als Putzbindemittel und für Anstriche wurde der Kalk verwendet, der im Buxheimer Brennofen gebrannt wurde. Um einen Sumpfkalk zu erhalten, werden die gebrannten Steine nach vorheriger Abkühlung mit Wasser "gelöscht", d.h. sie werden in einer Grube mit Wasser übergossen. Die Mischung - Kalkstein und Wasser - beginnt zu brodeln und zu kochen. Der Kalkstein zerfällt zu Brei. Dieser Sumpfkalk nimmt beim Trocknen wieder Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf und wird wieder zu Kalkstein.

Die Mischung für Mauermörtel und Verputzung besteht aus 1 Anteil Kalk und 3 Anteilen Sand.

 

Präsentation Historischer Ziegelstadel Buxheim

Die Präsentation - erstellt und uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch Herrn Claus H. Weidhaas, Architekt i.R. und Mitglied des Heimatdienstes Buxheim e.V. - enthält Daten und Bilder zur Ausgrabung in Buxheim, sowie Erläuterungen zur Konstruktion und Funktion eines Ziegelstadels. Im zweiten Teil sind Bilder aus der Ziegelei Eichele in Wolferts bei Ottobeuren, erbaut nach Plänen von 1870, zu sehen.

Auf besonderen Wunsch führt Herr Eichele nach telefonischer Voranmeldung - Tel.: 08332 - 216 durch die Ziegelei in Wolferts.